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 Buchautor werden - kleine Anleitung


Sie schreiben für ihr Leben gern, haben viele Ideen und fragen sich, wie Sie ihre Werke am besten verlegen lassen? Allein sind Sie nicht: Oft werde ich gefragt, wie man an einen Verlag herantritt und welche Punkte zu beachten sind. Für alle Interessierten schreibe ich hier Tipps und Erfahrungen rund um Buchverlage auf ...


Um den Traum vom Buchautor etwas zu dämpfen: Wer noch nie ein halbwegs erfolgreiches Buch veröffentlicht hat, hat es sehr schwer, einen renommierten, seriösen Verlag zu finden, der Interesse an Veröffentlichung hat - das gilt insbesondere für den Bereich Belletristik.

Vorsicht vor schwarzen Schafen

Natürlich gibt es Verlage, die aus fast jedem Manuskript ein Buch machen wollen, sofern der Autor bereit ist, sich an den Kosten zu beteiligen. Vor solchen "Verlagen" kann man nur warnen. Kein seriöser Verlag wird allen Ernstes finanzielle Zuschüsse von seinen Autoren für Lektorat, Satz, Druck und Bindung verlangen! (Reine Book-On-Demand Verlage sind hier auszunehmen)

Das Exposé

Ein Exposé ist ein kurzer Abriss des Buches, der es der betreffenden Person im Verlag erleichtert, sich einen Überblick zu verschaffen. Gesetzt den Fall, dass man unbekannt ist (also eher die Regel), sollte man sich kurz vorstellen. Dann geht es weiter mit der Motivation: Warum habe ich dieses Buch geschrieben? Und: Warum muss es gerade in diesem Verlag verlegt werden? Daran schließt sich ein Überblick über den Inhalt des Buches in Form einer Inhaltsangabe und eines (groben) Inhaltsverzeichnisses an. Abschließend sollten ein paar Seiten Textproben nicht fehlen, da man dort einen Eindruck von ihrem Schreibstil bekommen kann.

Wer das alles in deutlich unter zehn Seiten unterbringt, hat es richtig gemacht.

 

Die allgemein bekannten (seriösen) Buchverlage lesen eingesandte Exposés eigentlich immer - zumindest drei, vier Seiten. Und genau aus diesem Grund sollte man niemals ein komplettes 500-Seiten-Manuskript senden, sondern ein knappes Exposé vorbereiten.

 

In der Kürze liegt die Würze

Kompakt, aber aussagekräftig - das Geheimnis des guten Exposés. Können Sie das bieten, traut man Ihnen als Autor gleich mehr zu. Ihr Buch müssen Sie längst nicht zu Ende geschrieben haben, wenn Sie einen Verlag suchen. Im Gegenteil: Es empfiehlt sich sogar, kaum mehr als die Ideenskizze und einige Textpassagen fertig zu haben. Denn nimmt der Verlag Sie wirklich unter Vertrag, muss das Werk meist sowieso noch umgeschrieben werden. Hat man das Manuskript schon komplett fertig, war ein Großteil der Arbeit umsonst. Dazu tut es eventuell weh, Änderungen am Manuskript vorzunehmen.

Nutzen Sie ihre Zeit lieber, um 20 gute Ideen incl. Exposés zu entwickeln und verschicken Sie diese, anstatt einen Roman in allen Details fertig zu schreiben, um schlußendlich drauf sitzen zu bleiben.

 

Mit wieviel Geld kann ich als Autor rechnen?

Natürlich ist alles Verhandlungssache. Aber welche Verhandlungsbasis haben Sie als Newcomer? Eine Beteiligung von 5 Prozent vom Ladenverkaufspreis pro verkauftem Exemplar darf für einen bisher unbekannten Autor als ok gelten. Kann der Autor Erfolge nachweisen, können es auch 8 oder 10 Prozent werden. Zudem ist eine Staffelung der Honoraranteile üblich (z.B. 5 % bis 10.000 Exemplare, 6 % bis 20.000 und 7 % danach).

In aller Regel zahlt der Verlag dem Autor bei Vertragsabschluß, sowie Annahme des Manuskripts einen sogenannten "nicht rückzahlbaren Vorschuß". Das bedeutet: Der Autor bekommt ein Garantiehonorar vorab ausgezahlt, das er in jedem Fall behalten darf, selbst wenn das Buch floppt. Läuft der Verkauf jedoch gut, bekommt der Autor so lange keine weiteren Honorarzahlungen, bis der Vorschuß "abbezahlt" ist.

Noch etwas zu den Verkaufszahlen: Das Gros der Auflagenstärke im Bereich Belletristik und Sachbuch liegt im unteren, einstelligen Tausenderbereich. Vom Buchverkauf leben wird also schwer ...